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Einige theologisch-biblische Gedanken zum Thema: „Gebet“

Bild aus Gebete von HeiligenDas Thema „Gebet“ ist in den verschiedensten Formen und Zusammenhängen in der Bibel allgegenwärtig. Im Alten Testament befindet sich die größte biblische Gebetssammlung: „Die Psalmen“.  Die biblischen Patriarchen , Propheten, Lehrer und Weisen waren auch Personen, die intensiv in einer „Gebetswolke“ lebten.  Im Neuen Testament ist das Gebet bzw. Gebetsthema ebenso ein durchgehender „roter Faden“ (Christus als der große Beter bzw. Gebetsvorbild. Maria als ganz vom alttestamentlichen Gebetsgeist  wie Propheten, Psalmen usw. Durchdrungene. Davon zeugt ihr berühmter Lobgesang, das „Magnificat“. Die Apostel als „Gebetshungrige“: „Herr, lehre uns beten“ usw.)
 
Die Gottesbeziehung des Menschen und seine Kreatürlichkeit drückt sich ja in sehr vornehmer und universaler Weise (also auch bei nicht christlichen Religionen) in Gebetsform aus und ist, generell gesagt, ein „Sprechen mit Gott“, oder wie diverse Kirchenväter das Gebet auch definierten: „Eine Erhebung des Geistes zu Gott“.  Es ist auch Antwort  der Kreatur auf das Liebesangebot des Schöpfers.  Man darf, bei aller Größe der Geschöpfe (Engel und Menschen) nie vergessen, dass es immer einen unendlichen Abstand zwischen dem Schöpfer und seine Kreatur geben wird. Der Abstand zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit bleibt ja immer „unendlich“.  Beim Gebet  ist es sehr wichtig, nie Gottes hervorstechendste Eigenschaft, seine vollkommene, Ehrfurcht hervorrufende HEILIGKEIT  aus dem Auge zu verlieren bzw. diese anzubeten (vgl. die  „Heilig, Heilig“ Gebetsanrufungen der Seraphim u.a. „Wesen“ vor dem Throne des Allerhöchsten  z.B. Bibel  Geh. Offenbarung 4,8). In der kirchlichen Eucharistiefeier hat eine feierliche Hervorhebung der Heiligkeit Gottes seit Anfang einen festen Platz (Sanctus). Im Geiste des „Engels des Friedens“, der den Kindern in Fatima erschien und „Gebetsunterricht“ erteilte, sollten auch die Menschen beten. (Einige dieser Engelsgebete sind  in unserer Kleinschrift „Biblisch beten“  - Schwerpunkt = viele kurze Bibelstellen  zu den div. Rosenkranzvarianten).   

Man unterscheidet dann natürlich zwischen diversen Gebetsformen wie öffentlich-kultisches Gebet (Gottesdienste, Sakramentenspendung, Segnungen  u.a.) und privates Gebet. Eine andere Einteilung wäre: Lobgebet, Bittgebet, Dankgebet.

Für Christen gilt das „neue Gesetz“,  im Namen Jesu „den Vater anzubeten im Geist und in der Wahrheit“ (Johannes 4,23)  zu bitten, zu danken.  Gebet, Demut und Vertrauen gehören zusammen. Das heißt, ein Gebet hat vor Gott umso mehr Qualität, desto mehr demütiges Vertrauen und Hingabe an den Willen Gottes darin vorzufinden ist.  Als Fundament jeden Betens gelten die 3 (göttlichen) Tugenden: Glaube, Hoffnung, Liebe. Eine weitere Mahnung und Beispiel Jesu ist das „beständige Gebet“. Das heißt nicht  24 Stunden auf den Knien zu verbringen, sondern die innere Gebetshaltung der Gottverbundenheit, der vielen kurzen Stoßgebete im Laufe des Tages  in unserem Leben mehr und mehr umzusetzen. Diese Gebetshaltung nährt sich aber  von Tageszeiten, die ausdrücklich und bewusst dem Gebet gewidmet sind  - privat oder in Gemeinschaft bzw. eingebunden in das Volk Gottes, die Kirche.  Förderlich für ein vertieftes Gebet ist es auch,  auf äußere Umstände inklusive Körperhaltung (der Leib betet mit) zu achten und  Ablenkung / Zerstreuung möglichst zu vermeiden. Diese „Umfeldbedingungen“ können mithelfen, uns mehr zur Gottverbundenheit als das Ziel jedweden Betens zu führen (Jesus betete z.B. oft und gern in der Nacht, in der Einsamkeit. Seine 40 tägigen „Exerzitien“ machte er in der Wüste...)

Abschließend wäre zu sagen: Ein Glaube, der sich nicht auch im Gebet ausdrückt (nicht nur in Werken  der Liebe)  wird früher oder später „verdunsten“. Man hat damit kein solides Lebensfundament mehr,  vor allem in Zeiten von „Sturm und Drangsal“ (Bibelgleichnis: Haus das nicht auf Fels sondern auf Sand gebaut ist stürzt ein in „Lebenskrise“. Es gilt ja zu bedenken:  „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“ -Matthäusev. 26,41 Der Mensch ist verletzt durch die Erbsündenfolgen).  Gebet und Nächstenliebe (Werke) ergänzen und stützen einander. Gebet (manche sagen „Auftanken“) nährt den Opfergeist, der sich in Werken niederschlägt. Werke befruchten das Gebet, das hier seinen Humusboden findet, seine Anliegen aufgreift und sie in demütig-kindlichem Vertrauen zum „Geber alles Guten“, zum „Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes“ (2 Korinther 1,3) hinträgt. Für das Leidensproblem, das mir keine Wissenschaft lösen kann, gilt:
Ist einer von euch bedrückt (Manche übersetzten sinngemäss: „Leidend“) dann soll er beten. Ist einer fröhlich? Dann soll er ein Loblied singen (Jakobus 5,13)

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Letztes Update: Montag, 10. Dezember 2007, 16:55 15:52 14:51 14:34 14:20
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