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Vorwort (Einiges an Grundsätzlichem zum Thema Glaube / Unglaube sowie theologisch / biblische Überlegungen)
  
„Ich glaube, hilf meinem Unglauben“. Diese bekannten Bibelworte (Markusevangelium 9,24)  kann wohl so mancher, der sich sonst, rein äußerlich, als gestandener Christ präsentiert, innerlich zeitweise gut nachsprechen. Auch die Apostel wurden während ihrer „Lehrjahre“, die zugleich „Wanderjahre“ mit ihrem geliebten Herrn und Meister waren, öfter mit einer Schelte bedacht: „Ihr Kleingläubigen“ oder „warum hast Du (habt ihr) gezweifelt“, oder: „Weil Euer Glaube so klein ist…“ Dann kommt der Vergleich mit dem kleinen Senfkorn (Matthäus 17,20 ff)

Wir kleine Menschen bekommen vom großen Gott halt immer wieder „große Nüsse zu knacken“. Große Welträtsel tun sich vor unseren halb staunenden, halb zweifelnden Augen auf. Die Worte des Erzengels Gabriel an Maria von Nazareth bei der Verkündigung sind uns zu wenig in Fleisch und Blut übergegangen: „Denn für Gott ist nichts unmöglich“ (Lukas 1,37). Maria wird übrigens von Päpsten und anderen Kapazitäten immer wieder als zeitloses Glaubensvorbild, mit Abraham geistesverwandt,  hingestellt…

Jetzt gilt es jedoch, einen wichtigen Unterschied in den menschlichen  Glaubens - Grundeinstellungen zu bedenken:  Man kann sich nämlich einerseits in seinen Glaubenszweifeln sonnen, sie mit wohlwollen hätscheln, pflegen und nähren und mit Genuss immer wieder mehr oder weniger sarkastische Seitenhiebe in die Richtung von Christen austeilen, die so naiv, kindlich, einfältig glauben (Was das Evangelium sogar gut abdeckt, ja als Zielvorgabe aufgibt: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen – Matthäus 18,3). Biblische Beispiele für Desinteresse am Glauben und  weiter freiwillig im Zweifel, in der Skepsis  zu baden  wären z.B. viele Zuhörer bei der Predigt des Hl. Paulus anlässlich seiner Rede am Aeropag in Athen,  oder der römische Statthalter Felix und König Agrippa, denen die Annahme des Glaubens „gegen den Strich“ ging – sie hätten ja sonst ihre Lebensweise ändern müssen… (vgl. Apostelgeschichte 17,32; 24,24 f; 26,28).

 
Man kann aber auch andererseits mit dem Mann aus dem Evangelium, der vom Herrn eine Heilung (Dämonenaustreibung) für sein Kind erbat, mitbeten: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“. Hier RINGT der Mensch um einen stärkeren Glauben, bittet den Heiligen Geist immer wieder um Erleuchtung, sieht Glaubenszweifel als etwas dem Herrn nicht Wohlgefälliges an und versucht diese  zu überwinden, zu reduzieren. Andererseits gilt:  Glaubenszweifel ernst nehmen, aber nicht dramatisieren. Panikstimmung ist also Fehlanzeige.  Eine Glaubenskrise, ausgelöst durch Zweifel in dieser oder jener Materie, kann sogar zu einem verstärken Glauben führen, wenn ich mich mit diesem „wunden Punkt“  verstärkt  befasse (inklusive Gebet um „Licht von oben“ – wie es der biblische König Salomo erbat und erhört wurde – 1Könige 3,5 ff). Ein Körper, der gewisse Krankheiten überwunden  hat, entwickelt mehr Widerstandskraft, wird robuster.  Gott jedenfalls wünscht nicht, dass wir TATENLOS im Zweifel verharren, wenn er den ungläubigen Apostel Thomas nach der Auferstehung ermahnt: „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig“ (Johannes 20,27). Zweifel an FAKTEN (in diesem Fall am auferstandenen, lebendigen Herrn, den so viele als vom Tod Zurückgekommenen bzw. Verklärten erlebt haben) sollte es nicht geben, da diese schlichtweg unvernünftig, unlogisch sind, von bewusster geistiger Blindheit zeugen). 

GLAUBENSZWEIFEL BLOCKIEREN / LÄHMEN UNS in der von der Bibel häufig geforderten Umsetzung unseres Glaubens in die Tat („Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ – Matthäus 7,21). Als zeitloses Beispiel für ein starkes Glaubensvorbild stellt uns die Bibel die Gestalt Abrahams vor, der viele Glaubensprüfungen durch gestanden hatte (deren Spitze wohl die von Gott geforderte (Schein)opferung seines  ihm, dem Glaubenspatriarchen, erst im hohen Alter  wunderbar geschenkten Sohnes Isaak war, der so sehr ersehnte Nachwuchs.  Welch ein „Widerspruch“ in Gottes Handlungsweise, könnte sich der Patriarch gedacht haben. Trotzdem, er gehorchte, Gott enttäuschte ihn als liebevoller Vater nicht  und  er wurde so der „Vater aller Glaubenden“) .

Theologisch kann man den Glauben einerseits als „für wahr
halten was Gott geoffenbart hat“ betrachten, andererseits als Beziehung, als Vertrauen, Hingabe  an das  DU Gottes. Die Theologie betont dann auch die Notwendigkeit der Gnade für unseren  Glaubensakt. Andererseits kann der Mensch „den Geist auslöschen“ durch mangelnde Offenheit, mangelndes Interesse  für Gottes gnadenhaftes Glaubensangebot (Mangelnde Offenheit / Vorurteile  sind  übrigens auch tödlich für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Man schreibt so andere einfach ab, gibt sie in eine gewisse „Schublade“, wo sie für immer bleiben).      Ein (Mindest) -Wissen und unser „guter Wille“ gehören zusammen, um, mit Gottes Gnade, zum Glauben zu gelangen. Glaube und Wissen können dann, in schöner Harmonie, zur Tugend der „Klugheit“ führen. Weiters bestimmen Vorbilder, unsere Lebensgeschichte, unsere Kultur, Erziehung, der Zeitgeist bis zu einem gewissen  Maß unseren konkreten Glauben  mit.  „Wunder“ allein führen jedenfalls nicht automatisch zu einem vertieften, reifen Glauben, wenn ich meinen Glauben nicht durch Gebet, Glaubenspraxis lebendig, echt werden lasse. „Wunder“ allein, ohne persönliche Arbeit an mir, können zu einem oberflächlichen, sensationslüsternen, wundersüchtigen Verhalten führen, ohne Tiefgang also. Die Anstoß- bzw. Aufrüttelfunktion von Wundern jedoch ist nicht zu leugnen!

Wir sind auch ständig in Gefahr, dass wir vom Glauben abfallen, dass unser "Glaubenslicht" erlischt. Es kommt meist daher, dass wir nicht konform unserer Glaubensüberzeugung leben. Unser Wille wendet sich in diesem Fall von der göttlichen Norm, seinen Geboten, seinen Wegen ab und geht eigene Wege (Paul Bourget sagt es so: "Lebe so, wie du denkst, denn über kurz oder lang richtet man sein Denken nach seinem Leben ein"). Wir müssen auch unsere kreatürliche Versuchbarkeit bzw. Schwäche sehen und sollten uns nicht leichtsinnig Einflüssen aussetzen, die uns in letzter Konsequenz vielleicht zum Glaubensabfall  bringen könnten („Vater Unser“ Bitte: „Führe uns nicht in Versuchung“).

Sich um einen Gott wohlgefälligen, immer mehr unerschütterlichen Glauben zu bemühen, ist also angesagt. Dies geht nicht von heute auf morgen, aber es kann und soll zu einem Wachstum in dieser Grundqualität des Menschen, die über Heil oder Unheil entscheidet, kommen („ Ohne Glauben aber ist es unmöglich, (Gott) zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird – Bibel, Hebräerbrief 11,6). Es ist also für den Menschen entscheidend, für Zeit und Ewigkeit, sich um Glaubensfragen zu kümmern, Interesse bzw. „Hunger“ in der Materie: Gott,  Religion, Glaube, Kirche aufzuweisen.  Im Falle einer vermeintlichen Gottferne immer mehr einer zu werden, der Sehnsucht nach Gott verspürt. Der mit dem Hl. Augustinus sagen kann: „Unruhig ist unser Herz bis es Ruhe findet in Dir“.

Gott versteckt sich nicht total in der Menschheitsgeschichte, er lässt sich (gerne) finden (Der bekannte Bibelspruch kann hier bedacht werden: „Wer sucht der findet und wer anklopft dem wird aufgetan“ – Matthäus 7,8). Gott  gibt auch immer wieder „Lebenszeichen“ von sich, damit wir keine Ausreden haben, damit unser oft wackliger Glaube Halt und Festigkeit bekommt, wie auf Fels und nicht auf Sand gebaut. Dieser FÜLLE von Zeichen, Argumenten, Hinweisen,  Spuren, die für die Existenz Gottes, für die Wahrhaftigkeit der Bibel usw. sprechen, will diese Kleinschrift ein wenig nachspüren. Aus Platzgründen konnte nur auszugs- und andeutungsweise vorgegangen werden. Dicke Schmöker sind auch nicht jedermanns Sache, zumindest nicht für jene, die ihre ersten Gehversuche auf dem Glaubensterrain unternehmen. Es dürfte aber zum Weiterdenken, Weiterforschen, als Anregung (Apperitiv!) reichen, zumal auch eine größere Menge von Literaturangaben am Ende angeführt sind, die weiterhelfen könnten.

Dass wir alle immer mehr „Gottsucher“ werden, oder mit Gott Ringende wie z.B. der Patriarch Jakob   (so will sich sicher auch jeder Papst einstufen, da wir alle ja noch im Glauben unterwegs sind, nicht im „Schauen“) - das wünscht  sich und Ihnen,  der Autor.

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Letztes Update: Montag, 10. Dezember 2007, 16:55 15:52 14:51 14:34 14:20
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