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1 Auf den tod eines nahen verwandten
Man sagt, er habe deinen namen nicht bekannt, dich gar gehasst in diesem erdenleben. Nun hat der tod ihn sanft dir zugewandt und ihm das augenlicht wiedergegeben.
Doch ob zu hause oder auf der reise, mit dir im frieden oder in wildem streit, wir leben alle nur von einer speise: von deiner güte und barmherzigkeit. 3 Heiligkeit
Du bist das ganze und du bist der kern. Wir leben nur am rand, im ausgedinge, der blick gebrochen und die herzen fern. Heilig ist nur unsre sehnsucht nach dem stern. Sie ist das band, das uns mit dir verbindet. 4 In krankheit
Alle dinge sind fern. Alle menschen gehn vorbei wie hinter glas, klar und friedlich. Du bist da, du, der liebende, der geliebte. Wie voll ist die einsamkeit 5 Wie schwer ist es doch,
Wie schwer ist es doch, dich zu erkennen herr, deine weisheit in unserer torheit... deine stärke in unserer schwäche... deine güte in unserem eigensinn... deine schöpferische kraft in unserer trägheit... deine barmherzigkeit in unserer kälte... deinen frieden in unserer ruhelosigkeit...
wie schwer ist es doch, dich zu lieben, herr! 8 Trinitas (anlässlich des todes meiner mutter)
Es steht das zelt, die fahnen wehn, der tropfen fällt, die zeit bleibt stehn. Schau rings umher, sieh all die pracht. Wie gut, dass er das so für ihn gemacht.
Der tag verwelkt. Das tier bricht ein. Die raupe schwelgt. Es seufzt der stein. Erheb den blick, fass mut zur nacht. Du weißt, dass er sich ihm hat dargebracht.
Der sturm bricht bahn, das feuer spricht, das korn schwillt an, die traube bricht, nun fließt das wasser wieder klar - wie gut, daß er die liebe ist, sein wird und war. 10 Psalm 130 (131)
Ich lasse meine seele ruhig werden und still in dir. In deinen unendlichkeiten vertrauter nähe. In deinen ewigkeiten des jetzt. In deiner liebe, die schenkt und sich beschenken lässt. Ich lasse meine seele ruhig werden und heiter in dir. 13 Zeit 1
O herr, wie wohl es tut, die wolken anzuschaun - und die blumen - und zu denken, wie sanft du unsere zeit zerpflückst, dass wir dich schauen - unumwölkt, und dich lieben ohne schwanken. 16 Fruchtbarkeit
Du liebst diese fruchtbare erde. Die scholle dampft in der sonne, früchte schwellen und reifen und locken in süßen schatten.- Doch einiges bleibt verstocktes land, zerrissen und voller beschwerde. Die steine sind stumm. Nur der aasgeier schreit. Und du betest ohne unterlass, dass diese steine brot werden. 23 "Alles vergängliche ist nur ein gleichnis...“
Hinter all den wilden bildern ruht dein wesen. So hast in meinem innern du gesprochen. Du hast in mir die seele aufgebrochen und mich gestürzt in grelle nacht.
Erlös mich, herr, durch deine macht! Heb auf das gleichnis! 26 Ich bin der ich bin
Jugend wird alt, schönheit wird kalt. Alle seligkeit ist nur ein schatten. Wie der wind auf dem felde wechseln unsere wünsche. Du allein wohnst im licht. Deine tage haben keinen abend und keinen morgen. Mit deinen händen hältst du das all zusammen und jeder wechsel hört in dir auf. 30 Nebel
Nebel umschlingt den wald, wo ich geborgen bin. Am rande lauscht ein wild nach dem innern hin.
Gräser siechen schwer, als ob vom tau gefällt. In den blättern rings umher zerfällt die welt.
Bist du, herr, so groß? birgst du uns selbst im graun? Liebe, lass uns dein antlitz schaun! 32 Mich dürstet
Herr, als du am kreuz hingst, dürstete dich nach jenem nass, das das feuer in deinem zermarterten, zerschundenen leib löschen könnte. - Gib, dass wir uns voll mitleid über dich beugen, du mann der schmerzen.
Noch größer aber war der durst nach jenem feuer, mit dem du die taufe empfangen solltest, von der du einst sprachst, die taufe der vollkommenen hingabe an den vater. - Lass uns dankbar aufschaun zu dir, du vom geist erfüllter.
Jetzt dürstet dich nicht mehr, du sieger. Doch du bist nicht gekommen, nur allein zu trinken. Darum wissen wir, dass du unsere bitte erhörst: Gib uns heute unser tägliches wasser. Aber gib uns besonders von jenem wasser, nach dessen genuss uns nicht mehr dürstet und das in uns zum quell wird für das ewige leben; denn nach dir nur dürstet unsere seele, nach dir nur lechzt unser leib, du lebendiger. 39 Du
Du dunkler brunnen, der die sterne spiegelt, du hohe wolke, die die erde tränkt, du angelpunkt, an dem die berge all und hügel, an dem das ganze weltgefüge hängt.
Du tiefste tiefe aller unsrer wünsche, heimliche quelle, zarter frühlingshauch, traum von azur an der morgenröte flügeln, du zarter schein um den holunderstrauch.
Wir rufen dich mit abertausend namen, auch wenn wir anders sagen, gehen wir dir zu. Du bist das alles und du sagst das amen, du - du - du... 40 Schönheit
Kahle wälder träumen unterm sonnenschein. Weiße hügel schäumen in das blau hinein.
Jeder will es spüren, dieses letzt und längst. Doch keiner darf berühren, den du nicht empfängst.
Deiner schönheit tränen träufeln in den grund, weiten uns und dehnen, machen uns gesund.
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Letztes Update: Montag, 10. Dezember 2007, 16:55 15:52 14:51 14:34 14:20